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Ein halbes Jahrhundert ist es her, als eines der revolutionärsten Medikamente auf den Markt kam. Die Antibabypille wurde im August 1960 in Amerika eingeführt und ermöglichte Frauen die Selbstbestimmung über eine Schwangerschaft. Bis Heute ist sie das am meisten gebräuchliche Verhütungsmittel – in Deutschland nutzen sie 55 Prozent der Frauen.
Von Amerika nach Deutschland
Eingeführt wurde die Pille in Amerika und wurde zunächst nur an verheiratete Frauen ausgegeben. 1961 war sie dann auch in Deutschland erhältlich. Auch hier wurde sie jedoch vorerst unter anderen Kriterien verschrieben und sollte offiziell der Behebung von Menstruationsstörungen dienen. Der eigentliche Zweck war jedoch längst sowohl den Ärzten als auch der Öffentlichkeit bekannt und so entwickelte sich die Pille schnell zu einem selbstverständlich verschriebenen Medikament, und das obwohl es Kritik von sämtlichen Seiten gab.
Einerseits stellten gegnerische Ärzte in Frage, ob es überhaupt gut sein könne, täglich ein Medikament einzunehmen, ohne dass eine Krankheit vorliege. Daneben verurteilten Konservative und der Vatikan sie aufs Schärfste. Für die meisten Frauen jedoch brachte sie die lang ersehnte Selbstbestimmung, die ihnen zuvor verwehrt geblieben war. So gab es etliche heimliche Abtreibungen vor der Einführung der Pille, die häufig schwere Erkrankungen mit sich brachten und oftmals sogar für die Frauen tödlich endeten. Ebenso wurden Kinder aus ungewollten Schwangerschaften in Heime abgegeben oder mussten in Schande leben. All das gehörte nunmehr der Vergangenheit an.
Disziplin bei der Einnahme
Bis heute ist die Pille neben Spirale, Dreimonatsspritze, Vaginalring, Hormonimplantaten und natürlich Kondomen ein selbstverständliches und problemlos erhältliches Mittel, da jede nicht gewollte Schwangerschaft Verhütung erfordert und ein Recht für jede Frau ist. Die Basis dafür – außer bei Kondomen – ist jedoch stets die Behandlung mit Hormonen. Die Pille unterdrückt mit diesen die Eizellenreifung und den Eisprung. Die Einnistung einer befruchteten Eizelle kann damit weitgehend ausgeschlossen werden. Zur Verschreibung kontrolliert der Arzt den Blutdruck und überprüft anschließend bei der gynäkologischen Untersuchung, ob es Gründe gegen die Verschreibung hormoneller Verhütungsmittel gibt. Wichtig ist bei der Einnahme, die Pille unbedingt regelmäßig, auch zu festen Uhrzeiten einzunehmen, um ihre Sicherheit zu garantieren.
Positive Nebeneffekte
Die Vorteile der Pille liegen vor Allem in ihrer guten Verträglichkeit und ihren vielfältigen Ausführungen, so dass für verschiedene Frauen mit jeweils unterschiedlichen Hormonhaushalten ein Präparat zur Verfügung steht. Darüber hinaus fördert sie die Regelmäßigkeit der Monatsblutung und vermindert die häufig auftretenden Menstruationsschmerzen. Sogar Akne und andere Hautprobleme lassen sich mit gezielt eingesetzten Zusammensetzungen beheben. Und entgegen vieler Befürchtungen, sie würde sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken, weiß man heute, dass Frauen sofort nach dem Absetzen der Hormone schwanger werden können. Risiken bestehen allerdings für Frauen über 35 Jahren, deren Hormonhaushalt sich langsam verändert. Dazu stellt gleichzeitiges Rauchen immer die Gefahr dar, dass sich leichter Thrombosen, Lungenembolien oder andere Blutstörungen bilden. Ein offenes und ausführliches Gespräch ist daher die entscheidende Basis für die Verschreibung der richtigen Antibabypille. ( Bildnachweis: RainerSturm – Pixelio.de )
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