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Sommerliche Temperaturen vertragen viele Medikamente nur schlecht, denn manche Wirkstoffe reagieren empfindlich, wenn sie zu warm werden. Arzneimittelhersteller sind zwar bemüht, die Wirkstoffe stabil zu machen, doch dies gelingt leider nicht bei jedem Wirkstoff. Zudem gibt es Medikamente, die besonders empfindlich auf wärmere Temperaturen reagieren. Diese Medikamente unterliegen dann einer Kühlpflicht. „Sie sind so temperaturempfindlich, dass sie die optimale Lagertemperatur zwischen zwei und acht Grad Celsius zu keiner Zeit über- oder unterschreiten dürfen“, so Dr. Sigrun Rich, Fachapothekerin für Arzneimittelinformation bei der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Zu diesen Medikamenten gehören unter anderem Lebendimpfstoffe. Lebendimpfstoffe sind abgeschwächte lebende Erreger und Wirkstoffe mit Eiweiß-Strukturen. Bei diesen Präparaten sorgt eine ausgeklügelte Logistik dafür, dass das Produkt auf seiner Reise vom Hersteller zum Patienten vor hohen Temperaturen geschützt wird.
Bei den Großhändlern werden diese Medikamente in riesigen Kühlschränken zwischengelagert und gelangen in einer Kühlbox per Eilkurier in die Apotheken. Würde diese Kühlkette unterbrochen, könnten die Medikamente unwirksam werden. Das kann besonders bei Impfstoffen fatale Folgen haben. Während die sachgerechte Lagerung und Kühlung bei Hersteller, Großhändler und Apotheker selbstverständlich sind, sieht die Sachlage bei den Patienten selbst teilweise ganz anders aus. Oft wird die Kühlkette unterbrochen, wenn der Patient das Medikament aus der Apotheke abholt und nach Hause transportiert. Gerade im Sommer kann es im Auto, in einer Tasche oder im Rucksack sehr schnell zu heiß für das Präparat werden, selbst wenn es nicht temperaturempfindlich ist. Wer also an heißen Sonnentagen ein Medikament aus der Apotheke abholt, sollte sich danach direkt auf den Heimweg begeben. Mit etwas Zeitungspapier kann man einen kleinen Schutz improvisieren. Besser ist allerdings eine Kühltasche. Fragen Sie einfach Ihren Apotheker danach, denn viele Apotheken verleihen mittlerweile kleine Kühlboxen!
Laut Sigrun Rich sind kühlpflichtige Medikamente zu Hause am besten im mittleren Teil des Kühlschranks aufgehoben. In den Gemüsefächern und in den Türfächern ist es den Medikamenten bei acht bis zehn Grad zu warm, auf der unteren Glasplatte und in Rückwandnähe bei nur zwei Grad zu kalt. Der Mittelbereich eignet sich auch am Besten, um schon angebrochene Medikamente zu lagern. Kühlpflichtige Medikamente erkennen Sie daran, dass sie als solche auf der Verpackung und in der Gebrauchsinformation gekennzeichnet sind. Zudem sollten Sie auch individuell hergestellte Salben und Tinkturen kühl aufbewahren, ebenso alle Mittel, die ohne Konservierungsstoffe sind. Dann kann auch der heißeste Sommer Ihnen Medikamenten nichts anhaben. ( Bildnachweis: Lorelyn Medina - Fotolia.com )
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