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Zeckenplage droht in Deutschland
Von Gesundheits-News | April 5, 2010

Kaum ist der Frühling da, sind auch schon wieder die Zecken aktiv. Trotz des langen und kalten Winters rechnen Experten dieses Jahr mit einer Zeckenplage in Deutschland. Zwar habe der starke Frost die Populationen in Deutschland dezimiert, aber dies sein ohne große Auswirkungen, so Dr. Jochen Süss, Leiter des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Löffler-Institut in Jena. Die Kälte habe den Zecken wenig geschadet, da eine geschlossene Schneedecke ihnen in der Winterstarre einen optimalen Schutz biete, erklärt er. „Sobald es sieben Grad warm ist, werden sie wieder aktiv.“ Deshalb ist schon jetzt Vorsicht geboten, wenn es raus in die freie Natur oder in den Garten geht. Denn der so genannte „Gemeine Holzbock“, die häufigste Zeckenart in Europa, ist in Deutschland überall zu finden. Mit ihren acht Beinen gehören Zecken zur Familie der Spinnen. Doch nur die nur wenigen Millimeter großen Weibchen sind die gefährlichen Blutsauger. Mit ihrem Biss übertragen sie in ihrem Speichel Viren und Bakterien. Vor allem FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Lyme-Borreliose werden auf den Menschen übertragen. Laut Jochen Süss sei die Zahl der FSME-Erkrankungen bundesweit mit etwa 350 jährlich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen, denn Anfang der 90er Jahre seien nur circa 145 Erkrankungen gemeldet worden.
Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Doch selbst in Risikogebieten (dazu gehören Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und Teile von Südthüringen) ist der Anteil der Menschen, die geimpft sind, mit knapp einem Drittel sehr gering. Dabei werden die Impfkosten von den Krankenkassen übernommen. Da eine schwere Infektion mit FSME mit Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute einhergeht und sogar zum Tode führen kann, rät Süss zur Impfung. Nach der Schweinegrippe stehen natürlich viele Menschen Impfempfehlungen besonders kritisch gegenüber. Aber im Gegensatz zur Schweinegrippe verläuft eine Hirnhautentzündung nicht milde. Der Wissenschaftler wartet deshalb mit Zahlen und Fakten auf: In Österreich liegt die Quote der Menschen, die sich gegen FSME haben impfen lassen, bei 86 Prozent. Die Zahl der FSME Erkrankten sei dort von 600 bis 700 auf heute 50 bis 100 zurückgegangen, informiert Süss.
( Bildnachweis: El-Fausto – Pixelio.de )
Kategorien: Allgemein | 4 Kommentare »
April 5th, 2010 at 18:41
350 Erkrankungen jährlich? Und deswegen sollen Millionen von Menschen sich impfen lassen? Die Wahrscheinlichkeit FSME zu bekommen ist verschwindend gering.
Klingt für mich eher wieder nach eine Werbeaktion der Pharmaindustrie, die ihre Impfungen teuer verkaufen will.
April 5th, 2010 at 22:16
Ich lebe in Brandenburg und meine Hunde haben schon seit ca.10 Tagen massig Zecken im Fell – Kann die obige Aussage, dass die Mistviecher schon wieder unterwegs sind also nur bestätigen….
April 5th, 2010 at 22:42
Seit 2001 lasse ich mich gegen FSME impfen. 2006 haben mich beim Durchqueren eines ungemähten Gartens (Immobilienbesichtigung) am Randgebiet von Pirmasens ca. 10 Zecken gebissen. Gott sei Dank kam es auch nicht zur Borreliose (wurde zweimal überprüft).
Man ist zwar immer davon ausgegangen, dass der Rhein für Zecken eine unüberwindliche Barriere von Osten nach Westen darstellt, aber wie ich sehen bzw. spüren konnte ……(vermutlich durch Verschleppung über Mensch oder Tier).
Ich werde mich auch weiter impfen lassen. Die erste war, wie schon gesagt, 2001 (drei mal innerhalb von ca. 3 Wochen, die zweite 2006 (nur eine Impfung) und die nächste wird frühestens 2011 oder auch erst 2014 sein – mal den Arzt fragen – also nicht jedes Jahr.
Nebenwirkungen bei mir: absolut keine!
April 6th, 2010 at 00:28
Wenn ich schon das Wort Experten höre streuben sich mir die Nackenhaare!
Das Wort Experte steht heute für “ein selten dämliches Exemplar”.
Gruß vom
Schweinegrippen-Experten