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Wichtige Impfstoffe für Kinder sind knapp
Von Gesundheits-News | Februar 8, 2010

In Deutschland sind mehrere wichtige Impfstoffe für Kinder momentan nicht lieferbar. Deshalb können viele Kinderärzte ihre kleinen Patienten nicht gegen gefährliche Krankheiten immunisieren. „Das betrifft etwa Keuchhusten und Hirnhautentzündung”, informierte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram Hartmann. Schuld an diesem Engpass ist die Produktion des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe. Für ihn wurde die Herstellung von Kinder-Impfstoffen vernachlässigt. „Am meisten macht uns Kinderärzten der Engpass bei dem einzigen verfügbaren Sechsfach-Impfstoff Sorgen”, sagte die Kinderärztin Ursel Lindlbauer, die auch Mitglied der Ständigen Impfkommission ist. Den Sechsfach-Impfstoff bekommen Säuglinge im ersten Lebensjahr. Er schütz sie vor gefährlichen Krankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung. Aber nicht nur bei dem Sechsfach-Impfstoff gibt es gravierende Engpässe, auch der Vierfach-Impfstoff gegen die hoch ansteckenden Virus-Krankheiten Masern, Röteln, Mumps und Windpocken ist rar. „Bei Kindern, die schon eine Grundimmunisierung haben, ist das nicht schlimm. Da, wo das fehlt, schon“, warnte Hartmann. „Für junge Säuglinge ist das fatal.“
Eine Sprecherin des amerikanischen Impfstoff-Herstellers GlaxoSmithKline (GSK), der auch den Schweinegrippe Impfstoff Pandemrix produzierte, versicherte, dass man versuche, die „Unannehmlichkeiten für Ärzte, Eltern und Kinder möglichst rasch zu entschärfen”. Die Produktion der Kinder-Impfstoffe ist zugunsten der Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffes vernachlässigt worden. Die Länder hatten 50 Millionen Dosen Pandemrix bestellt. Der Großteil der Impfdosen ist nicht gebraucht worden. In Berlin hat man bereits damit begonnen, ihn zu entsorgen (www.heute-gesund-leben.de berichtete). Hartmann forderte als Kinderarzt die Bundesregierung auf, den Mangel schnellstmöglich zu beheben und auf das Pharma-Unternehmen Einfluss auszuüben. „Wir haben ein Problem des Marktes, auf dem es nur einen Anbieter gibt. Es müsste mehrere Anbieter geben und der Staat müsste sie verpflichten, auf Vorrat zu produzieren.“
( Bildnachweis: Monkey Business – Fotolia.com )
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