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Versorgung von Demenzkranken– ohne Familie geht es nicht
Von Gesundheits-News | Januar 21, 2010

Bei der Versorgung Demenzkranker geht es ohne pflegende Familienangehörige nicht. Sie spielen in der Versorgung und Pflege der betroffenen Patienten die Hauptrolle. Müsste ihre Arbeit von professionellem Pflegepersonal übernommen werden, würde dies die Kranken- und Pflegekassen Milliarden kosten. Das ergab eine aktuelle Studie der Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin (IDA).
Doch aufgrund der demographischen Entwicklung ist die Pflege und Versorgung der Demenzkranken durch Familienangehörige in Zukunft kaum noch zu bewerkstelligen. Deshalb stehen die Sozialträger vor großen Herausforderungen. Da die Pflege von Demenzpatienten durch Familienangehörige aufgrund der enormen Pflegekosten unverzichtbar ist, müssen diese Familienmitglieder systematisch angeleitet werden, wie die Betreuung zu bewerkstelligen ist.
Die Anleitung von Angehörigen erfordert viel Einfühlsamvermögen durch die Schulenden. Als Schulungsbasis muss daher eine Vertrauensbasis geschaffen werden. Nur so kann erreicht werden, dass sowohl Erkrankte als auch Pflegende die Krankheit akzeptieren. Viele Betroffene lehnen jedoch Hilfe ab, da sie die erschreckende Wahrheit verdrängen wollen. Problematisch bei der Pflege ist auch, dass sie sich sehr individuell gestaltet, weil die Patienten unterschiedlich auf diverse Behandlungsmethoden reagieren. Dr. Herbert Reichelt, Chef des AOK-Bundesverbandes kritisierte, dass es in Deutschland „noch immer zu wenig maßgeschneiderte Entlastungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige gibt“. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen würden entsprechende Angebote eher selten abrufen, so Reichelt. Häufig würden sie die Pflege „alleine organisieren“. Die Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Heike Lützau-Hohlbein, sprach sich ebenfalls für „mehr praktische Hilfen“ in der Versorgung Demenzkranker aus. Sie fordert individuell zugeschnittene Angebote, da sich „nicht jeder in einer Selbsthilfegruppe wohlfühlt oder einen Betreuungsnachmittag als Hilfe empfindet“.
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