« Gürtelrose am Ohr sofort behandeln lassen | Home | Hüftoperationen: Deutliche Qualitätsunterscheide in deutschen Kliniken »
Mehrheit der Patienten kennt ihre Rechte nicht
Von Gesundheits-News | Dezember 12, 2010

Über 61 Prozent aller Patienten in Deutschland kennen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung nicht vollständig ihre Rechte beim Arzt oder im Krankenhaus. Die Bundesregierung will nun ein vereinfachtes Patientengesetz verabschieden, um so einzelne Gesetze verständlicher und konformer gestalten zu können. Außerdem ist geplant, einzelne Gesetze gegen den Widerstand der Ärztekammer durchzusetzen. An der besagten Umfrage nahmen insgesamt etwa 1.800 Menschen teil. Bei den meisten von ihnen war die zentrale Rechtslage in der medizinischen Versorgung ein regelrechtes Fremdwort. So gaben laut der Umfrage 95 Prozent der Befragten an, ein Anrecht auf die freie Arztwahl zu haben. Doch nur etwa 76 Prozent wussten, dass dieses Anrecht auch für die freie Wahl von Kliniken gilt. Zwar wussten 70 Prozent der Befragten, dass der behandelnde Arzt nicht ohne das Einverständnis des Patienten Verwandte über deren Gesundheitszustand informieren darf, doch die Hälfte aller Befragungsteilnehmer war sich nicht sicher, ob der Arzt verpflichtet ist, immer die Wahrheit zu sagen. Trotz aller öffentlichen Debatten um Sterbehilfe gaben 40 Prozent an, dass sie von ihrem Arzt Sterbehilfe in Anspruch nehmen können. Doch genau dass gehört in Deutschland nicht zu den verankerten Patientenrechten und ist für den Arzt strafbar.
Die juristische Unkenntnis deutscher Patienten verursacht bei vielen Befragungsteilnehmern offenbar eine große Furcht, ihre Rechte auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Weit mehr als zehn Prozent der Befragten befürchten, dass eine Inanspruchnahme der Patientenrechte zu einer deutlich schlechteren Behandlung beim Arzt führen könnte. Fast 39 Prozent halten solche Einschränkungen zumindest bei manchen Ärzten für möglich. Zudem gaben 30 Prozent der Befragten an, dass sie Angst hätten, im Anschluss als „Besserwisser“ oder Querulanten dargestellt zu werden. Nun stellt sich die Frage, ob diese Befürchtungen nur subjektive Befürchtungen sind oder auf schlechten Erfahrungen beruhen. Der Umfrage zufolge befürchteten jedenfalls mehr kranke als gesunde Menschen, nach einer Beschwerde von den Medizinern schlechter behandelt zu werden. Die Furcht, als „Besserwisser“ verschrien zu sein, war bei den gesetzlich Versicherten deutlich höher als bei den Privatversicherten.
Das könnte Sie auch interessieren: Arzt haftet für Verharmlosung von Operationsrisiken
( Bildnachweis: insektivor212 – Pixelio.de )
Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert
Comments are closed.