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    Mediziner kommunizieren mit Wachkoma-Patienten

    Von Gesundheits-News | Februar 6, 2010

    In Deutschland gibt es schätzungsweise 10.000 Wachkoma-Patienten. Wachkoma-Patienten können zwar selbstständig atmen und auch ihre körperlichen Reflexe funktionieren, aber nach Außen hin ist ihr Körper scheinbar leblos. Deshalb ist es für die Außenwelt sehr schwer zu beurteilen, ob sie nun bei Bewusstsein sind oder nicht. Selbst erfahrene Neurologen haben oft Schwierigkeiten, mit absoluter Sicherheit sagen zu können, ob der Patient nun bei Bewusstsein ist oder nicht. Die Rate von Fehldiagnosen liegt hier bei circa 40 Prozent! Nun ist es Forschern gelungen, mit Wachkoma-Patienten, deren Körperfunktionen nahezu vollständig ausgefallen sind, die aber noch bei Bewusstsein sind, erfolgreich zu kommunizieren. Dazu haben die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Patienten beobachtet, um einfache Antworten wie „ja“ oder „nein“ zu erhalten.
    Im Rahmen einer Studie, die in Belgien und Großbritannien parallel lief, hat ein Team von Neurologen insgesamt 54 Wachkoma-Patienten untersucht. Die Forscher um Martin Monti von der „Cognition and Brain Sciences Unit“ des Medical Research Council in Cambridge und der Neuropsychologin Audrey Vanhaudenhuyse von der „Coma Science Group“ in Liège untersuchten dabei mit modernster Kernspin-Tomographie, welche Patienten mit Hilfe ihrer Gehirnaktivität in der Lage waren, Wünsche oder Absichten zu äußern. Dazu wurden den Betroffenen einfache Fragen gestellt, die nur mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten waren. Die Forscher gaben den Patienten vor, sich bei der Antwort eine motorische oder eine räumliche Aufgabe vorzustellen.


    Von den 54 Versuchsteilnehmern waren fünf Patienten nach etwas Übung in der Lage, ihre Gehirnaktivität so zu steuern, dass ihre Antworten als „ja“ oder „nein“ am Monitor sichtbar wurden. Zwei dieser fünf kommunikationsfähigen Wachkoma-Patienten wären mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden als komatös eingestuft worden. Das Wissenschaftlerteam sieht darin die Möglichkeit, Wachkoma-Patienten besser behandeln zu können, da man die Patienten nun über ihr Befinden befragen könne und so beispielsweise Schmerzen schneller kurieren könne. „Wir geben ihnen eine Stimme und einen Weg, um zu kommunizieren”, so der Neurologe Steven Laureya.
    Viele Patienten im so genannten vegetativen Zustand, der dem Wachkoma entspricht, können nun hoffen, bald wieder mit der Außenwelt in Kontakt treten zu können. Zudem dürfte diese neue Erkenntnis dazu betragen, Wachkoma-Patienten besser auf Zeichen geistiger Aktivität untersuchen zu können.

    Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert

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