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    Lange Arbeitslosigkeit macht krank

    Von Gesundheits-News | Februar 15, 2010

    Viele Langzeit-Arbeitslose in Deutschland sehen sich mit Perspektivenlosigkeit konfrontiert. Ein Teufelskreislauf, denn Arbeitslosigkeit macht krank. Eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, dass die gesundheitlichen Folgen von langer Arbeitslosigkeit größer sind als bisher angenommen wurde. Laut dem Studienautor und Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy habe bereits jeder fünfte bis sechste Langzeit-Arbeitslose gesundheitliche Einschränkungen. Das macht gut 500.000 Menschen aus. Bei der Umfrage bewerteten die Arbeitslosen mehr als doppelt so häufig wie Beschäftigte ihren Gesundheitszustand als mittelmäßig bis sehr schlecht. Nach Angaben der Agentur für Arbeit meldeten sich alleine in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres 1,7 Millionen Arbeitslose krank. Das sind etwa 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum von 2008. Schon 2007 hat mit 35 Tagen die durchschnittliche Krankheitsdauer von Langzeitarbeitslosen mehr als dreimal so hoch gelegen wie bei pflichtversicherten Angestellten und zweieinhalb Mal so hoch wie bei Arbeitern. Adamy geht davon aus, dass die Dunkelziffer noch erheblich größer ist, da sich Erwerbslose bei kurzen Krankheiten nicht krank meldeten.

    „Arbeitslosigkeit wird zum Stress eigener Art“, erklärt Adamy. Mit immer geringer werdenden finanziellen Mitteln wird die Lebensgestaltung von Langzeitarbeitslosen immer schwieriger. Zudem wirken sich die Misserfolge bei Bewerbungen ungünstig auf die psychische Gesundheit aus. Mehr als jedem siebten Arbeitslosengeldempfänger werden inzwischen Psychopharmaka verordnet. Zudem leiden Arbeitslose viel häufiger unter Stoffwechselkrankheiten und Krebserkrankungen.

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