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Japan: Super-GAU droht: Die aktuelle Lage in Fukushima
Von Gesundheits-News | März 16, 2011

Die Lage in den von dem schweren Erdbeben beschädigten Atomkraftwerk Fukushima wird immer kritischer. Am heutigen Mittwoch mussten die Versuche, die heiß gelaufenen Reaktoren zu kühlen, abgebrochen werden, da die Strahlenbelastung zu hoch war. Am Morgen wurde eine Strahlendosis von 2,5 bis 6,5 Millisievert pro Stunde an Eingangstor der Anlage gemessen. Wegen der hohen Radioaktivität konnten die Hubschrauber kein Kühlwasser abwerfen. Wie die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorensicherheit (GSR) in Köln berichtet, sank der Strahlenpegel dann wieder, so dass ein Teil der Einsatzkräfte in die Anlage zurückgekehrt ist. Im Moment versuchen noch 50 in Fukushima verbliebene Techniker, die Brennstäbe zu kühlen. In Block vier sind die dort gelagerten Brennstäbe immer noch so heiß, dass eine Kernschmelze befürchtet wird. Auch die Lage in den anderen Blöcken ist mehr als kritisch: In Block zwei und drei haben die Explosionen allen Anschein nach die Sicherheitsbehälter der Reaktoren beschädigt. Laut Regierungssprecher Edano wurde in Block drei die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. In diesem Reaktor-Block wurde das hochgiftige Plutonium als Brennstoff verwendet. Plutonium ist ein extrem krebserregendes Schwermetall. Es hat eine Halbwertzeit von 24.110 Jahren. Aber auch von dem Brennstab-Lagerbecken von Reaktor vier geht eine große nukleare Gefahr aus. Dort lagern Brennstäbe, die Ende vorigen Jahres aus dem Reaktorendruckbehälter entfernt wurden zusammen mit abgebrannten Brennelementen in einem Kühlbecken. Die Brennstäbe aus dem Reaktor erzeugen noch eine große Nachwärme. „Liegen diese längere Zeit frei, kann auch da noch eine Kernschmelze stattfinden“, befürchtet Joachim Knebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im Moment wird mit Löschfahrzeugen versucht, rechtzeitig genügend Kühlwasser nachzufüllen. Das französische Institut für Atomsicherheit IRSN gibt den 50 Technikern, die unter Einsatz ihres Lebens arbeiten, noch etwa 48 Stunden Zeit, das Wasserniveau im Abklingbecken von Reaktor vier zu heben. Misslingt dieses Vorhaben, können sich die freiliegenden Brennstäbe selbst entzünden. Damit käme es zu einem GAU.
Für die EU ist die Lage in Fukushima faktisch außer Kontrolle. Die französische Atomsicherheitsbehörde stuft die Ereignisse in Fukushima auf Stufe Sechs der siebenstufigen Störfallsskala ein. Frankreich rief seine Bürger auf, Japan zu verlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Situation „sehr, sehr ernst“. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen, das Gebiet um Fukushima und den Ballungsraum Tokio/Yokohama zu verlassen. Betroffene sollen nach Osaka ausweichen und dann über Osaka ins Ausland weiterreisen.
Der japanische Kaiser Akihito rief in einer seiner seltenen direkten Ansprachen an sein Volk die japanische Bevölkerung zur Solidarität mit den Überlebenden von Erdbeben und Tsunami auf. Er sei zutiefst besorgt über die Folgen des schweren Erdbebens, das von „noch nie gesehenem Ausmaß“ gewesen sei, sagte der Tenno. Die Probleme in den Atomkraftwerken seinen unvorhersehbar gewesen, so das 77-Jährige Staatsoberhaupt. „Meine Hoffnung ist, dass so viele Menschen wie möglich lebend gerettet werden.“ Tenno Akihito forderte die Überlebenden auf, die Hoffnung nicht aufzugeben.
( Bildnachweis: Gerd Altmann / pixelio.de )
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