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Husten: Diagnose wird per Telefon erstellt
Von Gesundheits-News | Februar 14, 2011

Die moderne Technik macht es möglich: Patienten, die an Husten erkrankt sind, müssen nur noch ins Telefon husten – und schon erhalten sie eine Diagnose. Stefan Goetze von der Abteilung für Digitale Medientechnologie am Fraunhofer-Institut in Oldenburg entwickelte im Auftrag des Pharmaherstellers Boehringer Ingelheim mit drei Kollegen eine neuartige Computer-Software, die es möglich macht, unterschiedliche Husten-Arten am Telefon zu erkennen. Dabei schafft es diese Technik, einen trockenen Reizhusten von einem produktiven Husten zu unterscheiden. Die an Husten erkrankten Patienten müssen dafür nur den Telefonhörer aufnehmen, die „Hustenhotline“ anrufen und ins Telefon husten. Dann erhalten sie per Band eine erste Einschätzung ihrer Husten-Art. Ist die neue Software nicht imstande, den Husten zuzuordnen, wird ein Gang zum Arzt empfohlen. In 80 Prozent der Fälle war die Telefon-Diagnose jedoch richtig.
Natürlich haben wir von www.heute-gesund-leben.de es uns nicht nehmen lassen, das Hustentelefon persönlich auszuprobieren und griffen zum Hörer. Eine freundliche Stimme forderte uns auf, in 30 Zentimeter Abstand mehrmals kräftig zu husten. Gesagt, getan. Prompt erhielten wir die Diagnose: „Ihren Husten konnten wir leider nicht eindeutig identifizieren. Aber lassen Sie sich von einem Arzt oder Apotheker beraten. Dieser kann den Husten zuverlässig zuordnen.“ Bei uns hat die Ferndiagnose also nicht geklappt. Allerdings war unser Testanrufer auch kerngesund.
Auch wenn am Hustentelefon darauf hingewiesen wird, dass eine solche Ferndiagnose keinen Arztbesuch oder Gang zum Apotheker ersetzen kann, stehen viele Ärzte und Mediziner dieser neuen Hotline äußerst skeptisch gegenüber. „Ich halte das Hustentelefon für eher problematisch, da die Hustencharakteristik zu sehr von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gewicht, Geschlecht abhängt und sich entsprechend ständig ändert“, beurteilte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Niedersachsen, Dr. Heinz Jarmatz das Hustentelefon gegenüber „RP Online“. Er kritisiert, dass der Anrufer durch ein solches Telefonangebot zu einer Eigendiagnose verführt werde. Doch erst ein Arzt könne den Husten genau einschätzen und den gesundheitlichen Zustand des Patienten genau bewerten. Den findigen Tüftlern von Frauenhofer- Institut geht es nach eigenen Angaben auch gar nicht darum, einen Arztbesuch zu ersetzten. Sie wollen mit dem Hustentelefon jediglich darauf aufmerksam machen, dass unterschiedliche Arten von Husten existieren. Die kostenfreie Hotline des Hustentelefons unter der Nummer 0800-0007178 soll bis Ende März 2011 freigeschaltet bleiben.
( Bildnachweis: Rainer Sturm / pixelio.de )
Kategorien: Allgemein, Krankheiten, Medizin, Wissenschaft | Kommentare deaktiviert
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