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    AIDS: HI-Viren verstecken sich im Knochenmark

    Von Gesundheits-News | März 9, 2010

    Ein US-amerikanisches Forscherteam hat einen wesentlichen Grund dafür gefunden, warum sich die Immunschwächenkrankheit AIDS und ihr Erreger, das HI-Virus so schwer bekämpfen lassen: Bestimmte Formen des Erregers nisten sich im Knochenmark ein und können so eine medikamentöse Behandlung unbeschadet überstehen.
    Patienten, die mit dem aggressiven HI-Virus infiziert sind, müssen lebenslang antivirale Medikamente einnehmen, um die Vermehrung dieser Viren in Schach zu halten. Die Infektion lässt sich bestenfalls nur eindämmen, ausrotten lässt sich der Erreger nicht. Professor Dr. Kathleen L. Collins von der University of Michigan und ihre Kollegen fanden nun in Gewebeproben aus dem Knochenmark von HIV-Patienten, die jeweils mehr als sechs Monate lang antivirale Medikamente eingenommen hatten, Erbgut von HI-Viren, die sich in blutbildenden Knochenmarkzellen eingenistet hatten. Dort hatten diese Viren die antivirale Therapie unbeschadet überstanden. Somit ist das Knochenmark ein möglicher Ausgangspunkt für eine erneute Ausbreitung des Erregers. Hierbei handelt es sich um die so genannten „latent infizierten Zellen“. In ihrem Stadium vermehren sie sich nicht. Deshalb können sie nicht erkannt und bekämpft werden. Bisher hatten Forscher diese Zellen in Augen, Hoden und im Gehirn entdeckt, allerdings war angenommen worden, dass das Knochenmark gegen die HI-Viren immun sei – ein Fehler, wie sich jetzt leider gezeigt hat. Gerade im Knochenmark sind die latent infizierten Zellen besonders langlebig und bieten so dem Virus einen sicheren Rückzugsort. Bei Absetzung der Medikamente kann der Virus sich wieder ungehindert vermehren.


    „Um Aids endlich heilen zu können, müssen wir Behandlungen entwickeln, die auf diese latent infizierten Zellen abzielen”, so Collins. Erst dann sei eine Therapie denkbar, die „nur” über einige Monate oder Jahre gehen könnte und die die lebenslange Medikamenteneinnahme überflüssig machen würde. Die Medizinerin betont aber, dass es für große Hoffnungen noch zu früh sei. Das HI-Virus ist nämlich extrem wandelbar und mutiert ständig. Der beste Schutz vor der gefährlichen Immunschwächenkrankheit AIDS ist nach wie vor Safer Sex.
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