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Kaum ist der Frühling gekommen und die ersten warmen Sonnenstrahlen locken uns die freie Natur, da sind auch schon wieder die Zecken aktiv. Ein langer und kalter Winter kann den kleinen Biestern relativ wenig anhaben, denn eine geschlossene Schneedecke bietet ihnen in der Winterstarre einen optimalen Schutz, erklärt Dr. Jochen Süss, Leiter des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Löffler-Institut in Jena. „Sobald es sieben Grad warm ist, werden sie wieder aktiv“, weiß er. Deshalb ist schon im zeitigen Frühjahr Vorsicht geboten, wenn es raus in den Garten oder die freie Natur geht! Zecken gehören nicht zu den Insekten, sondern es handelt sich bei ihnen um Spinnentiere! In Deutschland sind etwa zwei Dutzend unterschiedliche Arten beheimatet, von denen Acht eine medizinische Bedeutung haben, da sie als Krankheitserreger fungieren können. Am gefährlichsten ist der „Gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus): Er kann die Krankheiten Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz „FSME“ genannt und Lyme-Borreliose übertragen. Der Gemeine Holzbock ist die häufigste Zeckenart in Europa und fast überall in Deutschland zu finden. Doch nur die wenigen Millimeter großen Weibchen sind die gefährlichen Blutsauger.
Zecken sind in jedem Stadium ihrer Entwicklung auf eine Blutmahlzeit angewiesen. Sie setzen sich auf Gräser, Farnkraut oder Blätter und warten dort oft mehrere Monate lang auf einen Wirt. Haben sie ein geeignetes Opfer gefunden, lassen sie sich auf es fallen und suchen eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Dabei bevorzugen Zecken feuchtwarme Hautstellen wie etwa Achselhöhlen, Kniekehlen oder auch die Schamgegend. Ihr Stechrüssel ist mit Widerhaken besetzt und faltet sich nach dem Einstich wie ein Regenschirm auf, um die Zecke fest in die Haut zu verankern. Der Saugvorgang kann bis zu neun Tagen dauern. Danach ist die Zecke auf ein Vielfaches angewachsen. Der Zeckenbiss ist fast nicht spürbar, da bei ihm gleichzeitig schmerzstillende Sekrete abgegeben werden. An der Einstichstelle bleibt nur eine leichte Rötung zurück. Doch während des Saugvorgangs lassen die kleinen Biester unverdaulich Reste in der Wunde zurück. Aus diesen Resten und aus dem Zeckenkot können dann die Krankheiten FSME und Borreliose entstehen.
FSME Risikogebiete Die Gefahr, nach einen Zeckenbiss an FSME zu erkranken, ist in Deutschland in Baden-Württemberg am größten: Hier beträgt das Risiko 1:150. Aber auch Süddeutschland, der Bayerische Wald, der Schwarzwald, der Bodenseeraum und Teile von Hessen gehören zu diesen Risikogebieten. Hier sind etwa 0,2 bis fünf Prozent aller Zecken mit FSME-Erregern infiziert.
Das Risiko, von einer Zecke gebissen zu werden und nach einem Zeckenbiss an FSME oder Borreliose zu erkranken, lässt sich mit ein paar einfachen Tipps verringern: Wer beim Waldspaziergang auf den Wegen bleibt, kommt nicht so schnell mit dem Gemeinen Holzbock in Berührung wie etwa jemand, der durchs Gebüsch streift. Im Garten und in der freien Natur sollte zudem festes Schuhwerk und lange Kleidung getragen werden. Auf heller oder gar weißer Kleidung kann man die Zecken am ehesten erkennen. Doch Zecken können selbst in der Kleidung noch lange überleben: Sogar eine 60-Grad-Wäsche vermag dem Gemeinen Holzbock nichts anzuhaben! Die einzige Möglichkeit, in der Kleidung befindliche Zecken abzutöten, ist die Kleidungsstücke in den Wäschetrockner zu geben. In Apotheken und Drogerien sind Zeckenschutzmittel erhältlich, die als Lotion oder Spray auf die Haut aufgetragen werden. Sie bieten aber nur einen kurzfristigen Schutz. Die am Robert-Koch-Institut sitzende Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten oder in den Risikogebieten wohnen, sich alle drei bis fünf Jahre gegen FSME impfen zu lassen. Für Borreliose gibt es leider keinen Impfschutz. Lesen Sie weiter: FSME-Impfung – für unbeschwertes Naturvergnügen ( Bildnachweis: FRÜH – Fotolia.com )
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