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| Masern – eine Kinderkrankheit wird erwachsen |
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Masern bei ErwachsenenVon den Neuerkrankungen ist vor allem die Altersgruppe der 20- 39-Jährigen betroffen. Grund hierfür ist die Impfmüdigkeit vieler damaliger Eltern. Angesichts der steigenden Zahlen ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO alle Eltern auf, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Die am Robert-Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) rät allen nach 1970 Geborenen, ihre Masern-Impfung überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen. Was sind Masern?Bei Masern handelt es sich um eine ehemalige Kinderkrankheit die bedingt durch die Impfmüdigkeit vieler Eltern langsam erwachsen wird und vermehrt junge Leute erkranken lässt. Diese weltweit verbreitete akute Infektionskrankheit verläuft für gewöhnlich in zwei Stadien: Nach einem grippeähnlichen Vorstadium folgt im Hauptstadium ein „Exanthem“ genannter Hautausschlag, der den Körper großflächig befallen kann. Da Masern sehr ansteckend sind, treten sie meist regional gehäuft auf. Deshalb sollten Kinder, die (noch) nicht geimpft sind, sowie Schwangere und Ungeimpfte den Kontakt mit Masern-Patienten meiden. Die Krankheit kann Komplikationen wie etwa eine Mittelohrentzündung oder eine Lungenentzündung hervorrufen. In seltenen Fällen kann es zu einer chronischen Maserngehirnentzündung (SSPE) kommen, die zu erheblichen Behinderungen führt und früher oder später tödlich verläuft. Aus diesem Grunde fallen Masern nach dem Infektionsschutzgesetz unter die meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Das bedeutet, jeder Arzt, der eine Masernerkrankung diagnostiziert, muss diese dem Gesundheitsamt melden. Masern: Ursachen und AnsteckungMasern sind hochansteckend. Auslöser einer Masernerkrankung ist das humanpathogene Masernvirus. Humanpathogene Viren sind auf den Menschen spezialisiert und lösen auch nur bei ihm die jeweilige Krankheit aus. Masern werden durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Sprechen, Niesen und Husten. Dabei bleibt das Virus in der Luft für bis zu zwei Stunden ansteckend! Es gelangt über die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut der Augen in den Körper und breitet sich dort sehr schnell aus. Dabei befällt der Erreger vor allem die Zellen des Immunsystems und des Nervensystems. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit liegt zwischen acht und zehn Tagen. Die größte Ansteckungsgefahr von Masern-Infizierten geht in der Zeitspanne fünf Tage vor Auftretens des Hautausschlags bis vier Tagen danach aus. Masern - SymptomeEine Masernerkrankung teil sich in ein Vorläuferstadium (Prodromalstadium) und das Stadium des Hautausschlags (Exanthemstadium) auf. Masern - Diagnose und TherapieBei Verdacht auf eine Masernerkrankung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden! Dieser stellt die Diagnose meistens anhand der typischen Symptome wie etwa des zweigipfligen Fiebers und dem unverwechselbaren Hautausschlag. Da das menschliche Immunsystem als Reaktion auf die Masernviren spezielle Eiweiße als Antikörper bildet, können Masern anhand einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Die Masern-Antikörper sind etwa vier Tage nach dem Auftreten des Exanthems im Blutbild eindeutig nachweisbar. Masern – BehandlungGegen die Masernviren gibt es bis jetzt keine spezifische Therapie. Das bedeutet, das jediglich die Symptome bekämpft und gelindert werden können. Masern-Patienten sollten strenge Bettruhe einhalten, sich schonen und viel schlafen. Dabei empfiehlt es sich, das Schlafzimmer kühl und abgedunkelt zu halten. Wichtig ist, wegen des Fiebers viel zu trinken. Der Schnupfen, die Kopf- Bauch- und Halsschmerzen sowie das Fieber können mit Medikamenten der Schulmedizin und/oder Hausmitteln gelindert werden. Falls keine oder nur eine ungenügende Masernimpfung vorliegt, kann diese vom Arzt bis zum vierten Tag nach der Ansteckung durch eine Impfung (Postexpositionsprophylaxe) verhindert werden. Masern - KomplikationenAuch wenn viele Eltern heutzutage Masern auf die leichte Schulter nehmen, so ist mit dieser Erkrankung nicht zu spaßen! Defacto treten bei Masern verhältnismäßig häufig Komplikationen auf, die zum Teil sehr gravierend sein können! Vor allem bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren ist die Gefahr von Komplikationen erhöht. MasernenzephalitisBesonders gefährlich ist die Masernenzephalitis, eine vom Masernvirus ausgelöste Gehirnentzündung. Sie kann sich etwa vier bis sieben Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags entwickeln. Die Masernenzephalitis äußert sich durch Krämpfe, epileptische Anfälle und Lähmungen. Betroffene müssen unverzüglich in einer Klinik behandelt werden! Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen bleiben dauerhafte Hirnschäden zurück, die Lähmungen und/oder Persönlichkeitsveränderungen nach sich ziehen. Zehn bis 20 Prozent der an Masernenzephalitis Erkrankten überleben diese Komplikation nicht. MaserngehirnentzündungDie subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), auch kurz Maserngehirnentzündung genannt ist die seltenste, aber gefährlichste Komplikation, die bei einer Masernerkrankung auftreten kann. Sie führt zum schrittweisen Abbau des Gehirngewebes und des Rückenmarks. Die Betroffenen erleiden schwerste geistige und körperliche Behinderungen. Bisher ist SSPE nicht heilbar und führt nach einem langen Leidensweg zum Tode. Bakterielle SuperinfektionEine weitere Komplikation kann eine bakterielle Superinfektion sein. Diese entsteht, wenn es neben der Maserninfektion noch zu weiteren Infektionen kommt. So kann es zu einer Mittelohrentzündung, einer geschwürigen Entzündung des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut (Stomatitis ulcerosa) oder einer Hornhautentzündung des Auges (Keratitis) kommen, die zur Erblindung führen kann. Eine Superinfektion liegt dann vor, wenn das Fieber während des Exanthemstadiums nicht absinkt oder es in einem dritten Gipfel neu ansteigt. Bei Verdacht auf eine Superinfektion sollte der Erkrankte in ein Krankenhaus gebracht werden. Superinfektionen können mit entsprechenden Antibiotika behandelt werden. |
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