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Start Medizin Helmtherapie
Helmtherapie beseitigt Schädeldeformation Drucken E-Mail

Mit einer Helmtherapie können Schädeldeformationen ausgeglichen werden. Bei der Helmtherapie handelt es sich um eine sanfte Kopfmodellation, die eingesetzt wird, um Schädeldeformitäten zu beheben. Wenn Babys auf die Welt kommen, erkennen Eltern und Ärzte nur in schweren Fällen sofort eine Schädeldeformation. Die meisten Schädeldeformitäten treten in den ersten zwölf Lebensmonaten auf und sind häufig lagerbedingt. Das Phänomen der Schädeldeformation ist so alt wie die Menschheit selbst, so haben die alten Ägypter schon vor 4.000 Jahren Köpfe geformt. Doch während man im Alten Ägypten mit der Kopfmodellation ausschließlich dem gängigen Schönheitsideal gerecht werden wollte, geht es in der heutigen Medizin um zwei Dinge: Zum einen ästhetischen Ansprüchen zu genügen, zum anderen aber funktionale und somit gesundheitliche Aspekte zu fokussieren. Nicht alle Schädeldeformitäten bedürfen einer Behandlung. Brillenträger wissen, dass nicht jede Brille direkt passt, sondern individuell vom Optiker angepasst werden muss. Defacto haben über 80 Prozent aller Erwachsenen eine leichte Schädeldeformation. Schädeldeformationen bei Neugeborenen und Deformationen, die durch einseitiges Lagern der Babys entstanden sind, sollten jedoch therapiert werden. Die Korrektur von Liegeschädeldeformitäten kann zum einen operativ erfolgen, was für den Säugling das Risiko einer Operation und Narkose mit sich bringt. Die Alternative hierfür ist die Helmtherapie, auch „Kopforthese“ genannt. Die Kopforthese nutzt das kindliche Kopfwachstum im ersten Lebensjahr und lenkt das Köpfchen in die richtige Richtung.

Die Kopforthese besteht aus einem leichten Kunststoffhelm, der individuell auf den Kopf des jeweiligen Patienten angepasst wird. Viele Eltern haben Angst, dass dieser Helm das kindliche Kopfwachstum generell einschränkt, doch diese Befürchtungen sind unbegründet. Die Behebung der Schädeldeformation wird nicht durch ein Hineindrücken der ausgeprägten Bereiche des Schädels erreicht, sondern dadurch, dass diese Stellen am Wachsen gehindert werden. Dabei nutzt die Helmtherapie gleichzeitig das kindliche Kopfwachstum für die abgeflachten Stellen. Da das Kopfwachstum in den ersten 15 Lebensmonaten am größten ist, empfiehlt es sich, die Helmtherapie auch in dieser Lebensphase durchzuführen. Selbst starke Schädeldeformitäten lassen sich in den ersten sechs Lebensmonaten beheben. Bei der Baby Helmtherapie sollte schon ab dem vierten Lebensmonat begonnen werden, weil dann die Erfolgsaussichten am größten sind. Die Baby Helmtherapie sollte mit dem ersten Lebensjahr erfolgreich abgeschlossen sein. Als Nebenwirkungen kann es zu Druckstellen und/oder Wundsein vorwiegend im Bereich der Nieten und Verschlüssen des Helmes kommen. Eltern sollten in diesem Fall den behandelnden Arzt kontaktieren und den Helm optimaler einstellen lassen.

Da der Helm individuell angepasst werden muss, sind mit ein bis zwei Wochen Fertigungszeit zu rechnen. Der Helm muss von dem kleinen Patienten 23 Stunden am Tag getragen werden, damit die Behandlung auch erfolgreich ist. In der verbleibenden freien Stunde muss er gründlich gereinigt werden. Die Therapiedauer dauert je nach Grad der Schädeldeformation und des Wachstums zwischen acht Wochen und acht Monaten. Alle vier bis sechs Wochen werden Kontrolltermine durchgeführt, bei denen die Behandlungserfolge dokumentiert und neue erforderliche Wachstumsanpassungen am Helm vorgenommen werden.

Kosten Helmtherapie

Die Kosten für eine Helmtherapie belaufen sich auf circa zwischen 1.300 und 2.500 Euro (Stand Juli 2011). Da eine Behandlung von Schädelasymmetrien noch nicht zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen ist, können die Krankenkassen die Kostenübernahme der Helmtherapie ablehnen. Eltern sollten diesen Punkt vor Beginn der Therapie mit ihrer Kasse abklären, denn laut den Vorgaben im Sozialgesetzbuch V dürfen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Helmtherapie nicht im Nachhinein erstatten, es sei denn, die Kostenübernahme wurde vorher durch die Krankenkasse zu Unrecht abgelehnt. Nur in diesem besagten Falle können betroffene Eltern die Kosten im Nachhinein geltend machen. Wenn eine starke Schädeldeformation vorliegt, übernehmen jedoch viele Kassen die Kosten oder Anteile davon. Bei der Kostenerstattung handelt es sich um Kulanzleistungen im Einzelfall, die nicht auf andere Kinder übertragen werden können. 
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