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Jedes Jahr nach Karneval ist es wieder soweit: Dann beginnt für viele Christen die 40-tägige Fastenzeit. Aber nicht nur Christen fasten: Auch der Islam kennt einen ähnlichen Fastenmonat, den „Ramadan“. Doch im Gegensatz zu den Mohammedanern, die während des Ramadan nur Essen und Trinken, wenn die Sonne untergegangen ist, verzichten Christen beim Fasten auf bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch und vor allem auf Genussmittel wie Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten. Fasten hat jedoch nichts mit Abnehmen zu tun: Der eigentliche Sinn der Fastenzeit ist es, den Gläubigen Verzicht, Hunger und Durst näher zu bringen und sie durch diese Entbehrungen daran zu erinnern, was sie bedeuten. Auch beim Heil-Fasten steht nicht der Gewichtsverlust im Vordergrund: Beim Fasten soll sich der Körper reinigen. Dadurch soll nicht zuletzt auch die Seele neu belebt werden. Deshalb fasten auch Menschen, die nicht religiös und gläubig sind. Laut einer von der Zeitschrift „Stern“ in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage von 2007 wollen etwa 11,5 Millionen Menschen pro Jahr während der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten!
Fasten verlangt viel Disziplin und erfordert eine behutsame Planung vom Anfang bis zum Schluss, um erfolgreich zu sein. Nur dann wird Fasten zu einem schönen Erlebnis, bei dem man merkt, wie man durch Verzicht ein anderes Körpergefühl erfährt und sich der eigene Energiehaushalt verändert. Doch Fasten ist leider nicht für jeden geeignet: Schwangere und Kranke sollten davon Abstand nehmen! Fasten birgt nämlich nicht nur körperliche Regeneration, sondern hat auch psychische Effekte. Durch Fasten wird das Verdauungssystem richtig gereinigt und der Stoffwechsel wieder in Schwung gebracht. Der Stoffwechsel muss beim Fasten auf angehäuften Energiereserven zurückgreifen, wodurch er eine wohltuende Balance im Körperhaushalt verursacht. Fasten sollten Sie aber geregelt und vor allem nach einer Absprache mit Ihrem Arzt! Nur dann Fasten Sie richtig!
Fasten Anleitung
Beim Fasten wird zwischen dem „totalen Fasten“, dem „modifizierten Fasten“ und dem „Heil-Fasten“ unterschieden.
- Beim „totalen Fasten“ wird fast ausschließlich Flüssigkeit zu sich genommen. Dabei handelt es sich um kalorienarme Getränke wie Wasser oder ungezuckerten Tee. Diese Art „Nulldiät“ sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht begonnen und durchgeführt werden! Zudem müssen dem Körper Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe zugeführt werden.
- Das „modifizierte Fasten“ ist eine sanftere Art des Fastens. Hier darf man dem Körper zumindest Eiweiß zuführen. Dafür wird häufig eiweißreiche Molke eingesetzt. Ein Liter davon pro Tag gleicht den Mangel an Zucker und Proteinen im Körper wieder aus.
- Beim „Heil-Fasten“ werden fast ausschließlich Säfte zu sich genommen. Diese Säfte werden aus Obst, Gemüse oder Reis gewonnen. Aber auch Gemüsebrühe oder Honigtee darf getrunken werden. Jedoch sollten am Tag nicht mehr als 250 Kalorien zu sich genommen werden. Auch das Heil-Fasten sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Sowohl beim totalen Fasten und beim modifizierten Fasten, als auch beim Heil-Fasten muss zu Beginn des Fastens eine vollständige Darmentleerung durchgeführt werden, um zu verhindern, dass Verdauungsreste im Darm verbleiben, die durch das Fasten dann nicht mehr ausgeschieden werden können. Eine Darmentleerung erreicht man mit Hilfe einer Lösung Glaubersalz oder eines Einlaufes. Egal, für welche Art des Fastens Sie sich entscheiden – am Ende jeder Variante sollten Sie zunächst eine spezielle Aufbaukost zu sich nehmen! Lesen Sie weiter: Fastenkur - die zehn goldene Fastenregeln ( Bildnachweis: George Dolgikh - Fotolia.com )
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